Mittwoch, 16. Juli 2008

Kreta Diät




Sie klingt gut: die Kreta Diät - basierend auf der Ernährung der Länder rund ums Mittelmeer. Es ist Sommer, die Sonne scheint, und sie bringt es gnadenlos an den Tag: im Bikini hat frau immer noch nicht Giseles Figur, und beim Mann ist Sixpack eher die Bezeichnung für das was im Kühlschrank steht, als die für die Bauchmuskulatur. Zeit für drastische Maßnahmen! Eine Diät soll her, die schmeckt, satt macht und wirkt. Da klingt die Kreta Diät schon sehr vernünftig: keine sinnlosen Trennereien von Dingen, die im Magen sowieso wieder zusammenkommen, und obendrein Genuss: Fisch, Knoblauch Obst, Gemüse und Olivenöl, dazu ein Glas feinen Rotwein. Um es gleich zu sagen: die Kreta- oder Mittelmeer-Diät ist keine, und schon gar keine drastische Maßnahme. Sie ist vielmehr eine Ernährungsform, die den Esser gesund erhalten und nicht auf Modelmaße schrumpfen soll. Basis davon ist die Beobachtung, dass Völker im Mittelmeerraum generell weniger unter Herzkrankheiten und Übergewicht leiden. Ergo soll Mensch auch in der Mitteleuropäischen Zone zu ähnlichem greifen, und - voila - schon ist er schlank und gesund. Natürlich hat die Sache mehrere Haken. Erstens: Kreter kochen mit sehr viel Olivenöl, und viele Forscher sind der Meinung, dass ein Mensch, der keine Mittelmeergene hat, oder nicht von klein an an das Essen gewöhnt ist eine solche Menge gar nicht verträgt, geschweige denn davon abnimmt. Zweitens: Fisch ist am besten, wenn er frisch ist. Leute, die am Mittelmeer wohnen, haben natürlich Zugang zu frischem Fisch, leute die in Nordbayern wohnen sehr viel weniger. Und da wäre noch das Thema Meeresüberfischung. Drittens: das Menschen Rotwein trinken ohne zuzunehmen ist ein altes Paradoxon, und kein Nachweis für dessen gesundheitsfördernde Wirkung. Zum Thema drastische Maßnahme lässt sich wohl am ehesten sagen, dass diese im Kopf und nicht im Kochtopf stattfinden sollte. Mehr Bewegung, wenig Fett und vor allem eine dramatische Abkehr von völlig abstrusen Schönheitsidealen.