Donnerstag, 19. Juni 2008

Weight Watchers




Was für den Säufer die anonymen Alkoholiker sind, sind für den Übergewichtigen die Weight Watchers. Mit einem gravierenden Unterschied: Anonymer Alkoholiker zu sein kostet nichts, die Weight Watchers allerdings eine ganze Stange Geld. Geld, dass man zahlt, damit man weniger isst, bei öffentlichen Wiegezeremonien gedemütigt wird und sich stundenlanges Motivationsgeseiere aus der amerikanischen Retorte anhören darf. Wer schließlich sein Idealgewicht erreicht hat, dass die ehrenwerten Damen am Anfang des Programms festlegen, erhält eine Gold Mitgliedschaft, und darf umsonst nichts essen und Vorträge anhören. Wenn das mal keine Motivation ist. Der Abnehmende darf bei den Weight Watchers prinzipiell alles Essen, besonders gerne natürlich Produkte, die das Label tragen. Die Lebensmittel erhalten Punkte, und man darf eben nur so und so viel Punkte zu sich nehmen. Das sind für einen erwachsenen Mann beispielsweise etwa 34 Punkte (auszurechnen aus Alter, Größe und Zielgewicht). Ein Glas Milch hat schon mal 3,5. Kurz gesagt, auch hier heißt es "Friss weniger", nur verpackt und teuer. Die Weight Watchers Produkte haben übrigens keinen guten Ruf. So musste ein Schinken vom Markt genommen werden, weil dieser weit mehr Knorpelanteile hatte als erlaubt. Dieselbe Firma, die dieses Zeug produziert hat, ist eine der weltweit größten Verwerter für Schweinefleisch, dass wiederum einen guten Beitrag zur Fettleibigkeit stellt. Ein weiterer Kritikpunkt könnte das Fehlen einer Angehörigengruppe sein, bei der sich die betroffenen Familien von Diätisten treffen und austauschen können.

Keine Kommentare: