Donnerstag, 22. Mai 2008
Wasser Diät und die magische Kohlsuppe
Manche Diäten fallen eigentlich unter die Genfer Konvention. Zu diesen gehört das Anliegen einiger Gesundheitsfanatiker, den Körper zu "reinigen" in dem man einige Tage nichts als Wasser zu sich nimmt, und die magische Kohlsuppe, letztere in beiden Varianten als gekochte Gemüsebrühe und in Form von Kapseln. Solche Diäten betreffen nämlich nicht nur die gepeinigten Übergewichtigen, sondern im hohen Maße auch ihre Umwelt. Wer hat nicht schon mit verdrehten Augen die Ergüsse eines Fastenanhängers über sich ergehen lassen, der, ein fanatisches Leuchten in den Augen, die Stimme vor Begeisterung um zwei Oktaven höher, von den unglaublichen Vorzügen des Wassertrinkens spricht. Hat dieser Mensch vor Hunger Halluzinationen? Nimmt er das gequälte Lächeln seines Gegenübers nicht mehr wahr, weil seine Fähigkeit dazu vor Schwäche eingeschränkt ist? Und muss es dann wirklich der missbilligende Blick auf das Glas Wein sein, dass der Nicht-Wassertrinker in der Hand hält? Dem Missionsgedanken ist ein solches Verhalten abträglich, da der betroffene Weintrinker nach einer solchen Begegnung mindestens zwei weitere Gläser braucht. Zur Kohlsuppen Diät muss man eigentlich nicht mehr viel sagen: wer sich erinnern kann, wie eine solche Brühe riecht, weiß dass es sich hier um eine chemische Waffe handelt. Eine Prüfung neben einem Probanden zu schreiben, der von Kohlsuppe lebt, ist in doppelter Hinsicht eine Solche, da die Geräusche aus dem Leib des Letzteren jede Konzentration unmöglich machen. Und was die Kohlsuppen Diät Kapseln angeht, so ist dies eindeutig ein - sehr durchschaubarer - Versuch, aus Dreck sehr viel Geld zu machen. Wie verzweifelt muss jemand sein, der für so etwas Geld ausgibt? Wie immer: Übergewicht sammelt sich nicht in kurzer Zeit an, und wird auch nicht in kurzer Zeit abgebaut. Die magische Pille gibt es nicht.
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